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Berufsinteressentest Gesundheitswesen - Anforderungen und Ausbildung


An die im Gesundheitswesen tätigen Krankenschwestern und -pfleger, deren Berufsbezeichnung seit dem 01.01.2004 „Gesundheits- und Krankenpfleger“ lautet, wird eine Vielzahl von Anforderungenauf verschiedensten Ebenen gestellt.

In ihrem täglichen Arbeitsprozess spielt der Umgang mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und Tod eine große Rolle. Darüber hinaus müssen sich Pflegende auf wechselnde Arbeitssituationen, an Zeitdruck, den Krankenhausschichtbetrieb sowie zum Teil unregelmäßige Arbeitszeiten und Wochenend- und Feiertagsdienst einstellen. Während der pflegerischen Tätigkeiten stehen sie in laufendem Kontakt zu den Patienten und deren Angehörigen.

 

Zu den Aufgaben Pflegender gehören das Organisieren und Planen der Pflege, die Betreuung und das Beobachten von Patienten. Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten in Pflegeteams mit Kollegen zusammen. Den Pflegenden obliegt es auch, Krankenpflegeschüler, Pflegehilfskräfte sowie Praktikanten anzuleiten.

Pflegende sind in Zukunft zunehmend wichtig, nicht nur im Hinblick auf die Zunahme pflegebedürftiger älterer Menschen, sondern auch hinsichtlich der neuen Orte, an denen Pflege stattfindet, wie z.B. die Kurzzeitpflege oder die ambulante Pflege. Die stetig steigenden Ansprüche an die Pflege mit gleichzeitig einhergehendem Abbau von Arbeitsplätzen stellen immer größere Ansprüche an die Pflegenden.

Für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger wird ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Ausbildung wird in Vollzeit und Teilzeit durchgeführt und dauert 3 beziehungsweise 5Jahre. Im Jahr 2002 waren in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 1,433 Millionen Personen im Gesundheitswesen tätig. Davon arbeiteten 986.000 Personen in Pflegeberufen. Damit sind die Pflegenden ein bedeutender Faktor im deutschen Gesundheitswesen.

Trotz der Vielzahl der in der Pflege Tätigen ist der Pflegenotstand, d.h. ein Mangel an Fachkräften, ein immer wieder diskutiertes Thema. Es fehlt nunmehr an qualifiziertem Pflegepersonal bei gleichzeitigem Abbau von Arbeitsplätzen und Ausbildungskapazitäten. Von den als rückläufig ausgewiesenen Ausbildungsplätzen konnten die meisten nicht besetzt werden. Gründe hierfür könnten zum einen die von den Ausbildungsstätten gemeldeten rückläufigen Bewerbungen oder zum anderen die z.Zt. von den Ausbildungsträgern beklagte mangelnde Allgemeinbildung der Bewerber sein. Auch ein mangelndes Interesse an Pflegeberufen wird Rahmen des Pflegenotstandes diskutiert.

Im Gegensatz dazu stellt die Landesberichterstattung Gesundheitsberufe 2000 fest, dass die Ausbildung zur/ zum Krankenschwester/ -pfleger zu den zwanzig beruflichen Ausbildungen mit der größten Auszubildendenzahl gehört, im Jahr 1999 auf Rangplatz 4 lag und somit zu den beliebtesten beruflichen Ausbildungen zählt. Das Auswahlverfahren gehört zu den zeitintensivsten Leistungen von Pflegeschulen. Im Durchschnitt gehen zirka 600 Bewerbungen im Jahr pro Krankenpflegeschule ein. In der Literatur zum Thema der Bewerberauswahl wird mehrfach berichtet, dass bei der Auswahl der Bewerber für Krankenpflegeschulen häufig Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ getroffen werden. Die Auswahlverfahren in der Krankenpflege beginnen zunächst wie überall mit einer Vorauswahl der Bewerber anhand der Bewerbungsunterlagen. Das Bewerbungsgespräch ist, neben der Sichtung der Bewerbungsunterlagen, ebenfalls eine häufig verwendete Methode zur Bewerberauswahl an Krankenpflegeschulen. Eine ähnliche Vorgehensweise ergibt sich bei der Bewerberauswahl für den Bereich der freien Wirtschaft. Im Unterschied zur freien Wirtschaft stellt das Einstellungsinterview in der Krankenpflege allerdings oft auch die einzige Methode der Personalauswahl dar. Kritisch ist hierbei, dass die Eignung oder Nichteignung von Bewerbern ausschließlich durch einen Gesamteindruck und nicht durch eine differenzierte Bewertung festgestellt wird. Eine nicht optimale Auswahl der Bewerber bringt Nachteile sowohl für die Ausbildungsinstitution (z.B. Abbruch der Ausbildung) als auch für die fälschlicherweise eingestellten Bewerber, die nach Erlebnissen von Frustration und Überforderung sich später neu orientieren müssen.